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TERMINE SEMINARE SS 2009 1. SEMINAR Studium des Bewegten Bildes: Grundlagen Animation/ Animation für Fortgeschrittene mit Volker Schlecht, Berlin 2. SEMINAR Foto als Kunst Fotos von Kunst mit Christoph Irrgang, Hamburg 3. MEDIENSALON MEDIENSALON mit Filmen des Dokumentarfilmers Hans-Dieter Grabe, eine Gemeinschaftsveranstaltung mit den Kunstherapeuten, Klasse Frau Prof. Titze 28.04.09 17.30 Mendel Schainfelds zweite Reise nach Deutschland 28.04.09 19.00 Geschichten vom Essen 29.04.09 9.30 Mendel lebt Seminare Wintersemester 2008/09 Studium des bewegten Bildes Geschichte & Film: Dokument, Metapher und Farce (I) Shoa. Bilder für das Unfassliche - und dessen Vorgeschichte. Gastdozent: Dr.Helmut Kohlenberger, Freilassing Termin: Mi. 26.November, Vortrag 16:00 Uhr, im Anschluss 19:00 Uhr Vorführung des Films "Shoa" von Claude Lanzmann (Teil 2) - Fortsetzung Donnerstag 27.November 11:00 Uhr, Nachbereitung und Diskussion Ort: Dammbeck-Klasse Offen für alle Lanzmanns Film ist ein Markstein in der Holocaust-Erinnerung, die im gesamten Kontext der deutschen und europäischen Geschichte zu verorten ist. Sie stellt uns auf der Flucht ins Utopische, ins Imaginäre, in der wir seit "der Revolution" (von Paris bis...) gefangen sind, sie weist in ihrer (spezifisch kunstreligiösen) Sprachlosigkeit hinter die Moderne zurück - und darüber hinaus. Die (kunstreligiös-massenmediale) Flucht aus der Herkunft in Fortschritt und Utopie .... strandet plötzlich mitten im Horizont verdrängter Lebenswelten. Die in der technisch-ökonomischen Welt organisierte Fluchtbewegung führt, sich selbst überlassen, in den (totalitär organisierten) "Ausnahme- zustand" (Giorgio Agamben), in dem es kein Recht gibt. In äußerster Zuspitzung führt der Vollzug des "Seinesgleichen geschieht" (Robert Musil) zur Automatisierung des Tötens. Nicht zufällig wurden die im Holocaust Getöteten quasi offiziell "Figuren" (eines imaginären Spiels) genannt. Wir werden vor die verdrängte Wahrheit dieser Flucht ins Utopische gestellt, dem Exodus von Abraham, Moses - dieser menschheits- geschichtlichen Provokation, der Kritiker wie Jan Assmann (der vom ãmosaischen UnterschiedÒ spricht) "Zugewinn an Geistigkeit" nicht absprechen können. Auf dem Boden der Christenheit (seit der paulinischen Predigt vom Kreuz, die ein "neues Gottesvolk" (Jacob Taubes) gründete,) entstand eine von Kunst, Wissenschaft, Fortschrittsglauben und Autonomiebewusstsein getragene Fluchtbewegung aus Herkunft und lebensweltlich tradierter Verbindlichkeit in die "Welt" - das Europa der Nationen, die Kolonisation von Außereuropa, die technisch-ökonomische Globalisierung. Deren selbstreferentielle Eigendynamik war Jahrhunderte lang verdeckt durch tradierte "religiöse" und "nationale" Klischees. Erst nach 1945 wurde sie zögerlich zum Thema. Diese Eigendynamik muß stets zur Rede gestellt werden. Geschieht dies nicht: Unfasslich - die Selbstverständlichkeit, in der sich in dieser Dynamik Unfassliches organisieren läßt. Dr. Helmut Kohlenberger studierte u.a. in Tübingen, und war dort, später unter anderem in Wien und Salzburg, lehrend tätig. K. ist Übersetzer und Herausgeber von Publikationen zur Ideen- geschichte (insbes. Mittelalter, 20. Jahrh.), Kultursoziologie, z.B. Cuando el juego va en serio (Barcelona 1991),Gesellschafts- theorien in Österreich (mit R.Knoll, 1994), Briefe über Deutschland (1996) u.a.m. Weiterführende Informationen: SCHLAGWORTE für die selbstständigen Recherche: Abraham, Exil, Exodus, Kunstreligion, Monotheismus, Obsession, "Wille zur Macht" (Nietzsche), Generalgouvernement, Ghetto, Aktion T4, Aktion Reinhardt, Holocaust, Rassismus LINKS: http://en.wikipedia.org/wiki/Maus http://www.ebund.ch/artikel_576011.html http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung LITERATURHINWEISE: Agamben, Giorgio: Was von Auschwitz bleibt (2005) Hornung, Erik: ECHNATON Die Religion des Lichts, 1995, Artemis & Winkler, ISBN 3-7608-1223-6 Assmann, Jan: Die Mosaische Unterscheidung oder der Preis des Monotheismus, Carl Hanser Verlag, 2003, ISBN 3-446-20367-2 http://www.kutz.de/werke/rz/rz_mosunterscheidung.htm http://www.theologie-systematisch.de/gotteslehre/2/assmann.htm http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7283&ausgabe=200408 Canetti, Elias: Masse und Macht (30.Aufl, 1980) Friedländer, Saul: Kitsch und Tod (erw.Ausg. 2007) Rosenzweig, Franz Der Stern der Erlösung (3.Aufl. 1990) Kogon, Eugen: Der SS-Staat, 1946 Klee, Ernst: Was sie taten - was sie wurden, 1986 Hilberg, Raul: Die Vernichtung der europäischen Juden,Fischer-Taschenbuch, 1990 TONFILES: http://www.nationalsozialismus.de/dokumente/tondokumente/joseph-goebbels-rede- am-16091935-zu-den-nurnberger-gesetze-ausschnitt-4-min-mp3>Göbbels Rede zu den Nürnberger Gesetzen (Ausschnitt) Heinrich Himmler; Posener Rede (Ausschnitt) Geschichte & Film: Dokument, Metapher und Farce (II) Zeit der Götter (Der Bildhauer Arno Breker)" Lutz Dammbeck, Dokumentarfilm, 1992 Termin: Mi. 3.Dezember, 19:00 Uhr, anschl. Diskussion Ort: Dammbeck-Klasse Geschichte & Film: Dokument, Metapher und Farce (III) Sadiconazista. Faschismus und Sexualität im italienischen Kino der 1970er Jahre Gastdozent: Dr.Marcus Stiglegger, Mainz Termine: Mi. 10.Dezember 17:00 - Vorführung des Films "Sieben Schönheiten" von Lina Wermüller - Fortsetzung und Nachbereitung des Seminars am Donnerstag 11.Dezember um 11:00 Uhr Ort: Dammbeck-Klasse offen für alle Die Ära des Nationalsozialismus erweist sich als beständiges Thema im Filmschaffen Europas und Amerikas, vor allem aber Italiens in den 1970er Jahren. Neben zahlreichen auf Authentizität angelegten, naturalistischen Historiendramen und Fernsehserien entwickelte sich dabei eine Tendenz, die den deutschen Faschismus als eine vornehmlich sexuell motivierte Bedrohung charakterisierte. Diese Strömung lässt sich als kommerzieller Trend betrachten, bemerkt man die Häufung derartiger Produktionen in den Jahren 1975 bis 1979. Gerade in Italien begann damals eine junge Generation von Filmemachern mit durchaus politischen Ambitionen - Bernardo Bertolucci, Liliana Cavani, Lina Wertmüller u.a. - das Erbe des Neorealismus abzuschütteln und einen eigenen Weg der Auseinandersetzung mit der Geschichte zu suchen. Der Vortrag stellt den Versuch dar zu zeigen, welches Bild vom Nationalsozialismus durch diese Strömung vermittelt wird und auf welche Weise dieses Bild und seine Stereotypen bis ins Kino der jüngsten Gegenwart nachwirken. Im Zentrum der Betrachtung steht "Sieben Schönheiten" (1975), ein kaleidoskopisch angelegter Film der Fellini-Schülerin Lina Wertmüller, der in der zweiten Hälfte vom tragikomischen Überleben eines sizilianischen Machos in einem deutschen Konzentrationslager erzählt. Nach dem Vortrag von Dr.Stiglegger 19:00 Uhr Vorführung des Films "Sieben Schönheiten" von Lina Wertmüller PD Dr. Marcus Stiglegger lehrt Filmwissenschaft an den Universitäten Mainz, Mannheim und Clemson (SC, USA). Seine Habilitation erschien 2006 unter dem Titel "Ritual & Verführung. Schaulust, Spektakel & Sinnlichkeit im Film" (Berlin), seine Dissertation 1999: "Sadiconazista. Faschismus und Sexualität im Film" (St. Augistin, 2. Aufl.).Er gibt das Kulturmagazin :Ikonen: (HYPERLINK "http://www.ikonenmagazin.de/"www.ikonenmagazin.de) heraus und schreibt regelmäßig für epd Film, Filmdienst, Splatting Image und Testcard. LINKS:Geschichte des Holocaust im Film http://www.ikonenmagazin.de/artikel/Holocaust_cinema_Stiglegger.htm Sadiconazista (englisch) http://www.ikonenmagazin.de/artikel/Nightporter.htm Seminare Wintersemester 2007/08 + Sommersemester 2008 Studium des bewegten Bildes Seminar 1: Sprecherziehungs-Training/Basiskurs Gastdozent: Almut Wünsch, Dresden Der Inhalt dieses Kurses besteht aus 5 Komplexen, die aufeinander aufbauen. Die Studenten lernen die Voraussetzungen für entspanntes, akustisch und inhaltlich gut verständliches, überzeugendes und vor allem authentisches Sprechen kennen, diese selber wahrzunehmen, zu verbessern und bewusst einzusetzen. Komplex HALTUNG: Wahrnehmung und Training der fürs Sprechen günstigen körperlichen Entspannung im Verhältnis zur nötigen Gesamt-Spannung. Abbau von Überspannungen, die ungünstig die Stimm-und Sprechsituation beeinflussen, sowie Training der körperlichen Präsenz und Ausstrahlung. Komplex ATMUNG: Atemübungen als Voraussetzung für eine lockere Stimmführung und gelöste Sprechweise. Möglichkeiten kennenlernen, durch bewusste Atmung mit Aufregung und Sprechhemmung umgehen zu können. Komplex STIMME: Kennenlernen und Üben von Klang- und Resonanzmöglichkeiten der eigenen Stimme. Herausfinden und Trainieren einer natürlichen, selbst angenehm und unangestrengt klingenden Sprechstimme. Komplex SPRECHEN: Abbau von artikulatorischen Fehlfunktionen, Förderung einer gut verständlichen Sprechweise, evtl. Übungen zur Dialektminderung. Wort-, Satz- und Textübungen zum Training sowie zum angemessenen Tempo und Lautheit. Komplex RHETORIK: Zusammenfließen und Anwenden aller bisherigen Komplexe in der Situation des freien Sprechens: Kennenlernen und Trainieren des informierenden, argumentierenden und für einen gegebenen Anlass einführenden ( z.B. Ausstellungseröffnung, Projektvorstellung, Projektbegründung z.B. mit Auftraggebern, Galeristen, Vergabegremien usw.) freien Redens. „Studium des bewegten Bildes“ Seminar 2: WARM UP! Improvisationen für Geschichtenerzähler Gastdozent: Prof. Jörg U. Lensing, Düsseldorf J.U.Lensing ist Komponist und Regisseur, und unterrichtet an der FH Dortmund im Fachbereich Design Medien Kommunikation das Fach „Sounddesign für Film“. Er ist seit 20 Jahren Regie führender Leiter des "Theaters der Klänge" in Düsseldorf und hat umfangreiche Theater- wie Filmerfahrung. Er wird ein Einstiegsseminar mit praktischen Übungen in das Gebiet von Dramaturgie sowie vor allem „Geschichten ausdenken und fixieren“ geben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf verbaler, wie körpersprachlicher Improvisationsarbeit in Anlehnung an die Methode „Improvisation for Storytellers“ des kanadischen Theatermachers und Pädagogen Keith Johnstone. Das Seminar dienst auch als Vorbereitung für das Seminar 3 (Dramaturgie und Film/ Filme analysieren und verstehen. Von der klassischen Dramaturgie zum Experimental- und Animationsfilm) von Hannes Hametner, der bei Lensing ansetzen und bestimmte Dinge erweitern und konkretisieren wird. „Studium des bewegten Bildes“ Seminar 3: Dramaturgie und Film/ Filme analysieren und verstehen. Von der klassischen Dramaturgie zum Experimental- und Animationsfilm Gastdozent: Hannes Hametner, Berlin Die Tradition des Erzählens ist über 5000 Jahre alt. Seit den mythischen Anfängen bezieht es seine Kraft aus dem Zentrum seiner jeweiligen Kultur und wirkt sozial und identitätsstiftend auf sie zurück. Die Entwicklungen der unterschiedlichen Formen des Erzählens sind eng verbunden mit den gesellschaftlichen Entwicklungen der jeweiligen Epochen, ihrem wissenschaftlichen, politischen und sozialen Fortschreiten. Auch die im Vergleich kurze Geschichte des Kinos bedient sich der unterschiedlichen Formen des Erzählens und unterliegt - gleichfalls Regeln, nicht zuletzt der wichtigsten: die Zuschauer zu fesseln. Diese Gesetzmäßigkeiten, die im Dialog mit dem Kunstwerk auf den Zuschauer wirken und die auch die Gesetzmäßigkeiten für die Entstehung eines Kunstwerkes maßgebend sind, sollen unter dem Begriff der Dramaturgie im Seminar untersucht werden. Im Rückgriff einerseits auf die historische Entwicklung der unterschiedlichen Formen und andererseits auf ihre gesellschaftliche Entstehung und Relevanz, werden im Seminar an konkreten Beispielen erzählerische Strukturen freigelegt. Inhalt des Seminars ist also die fundierte Vermittlung der unterschiedlichen Formen des Erzählens - überprüft und angewandt für den Film und die neuen Medien und auf eigene Projekte der Studenten. Das Ziel des Seminars besteht darin den Studenten Überblick und Handhabe der Mittel sowie Impulse zu geben, um eigene Projekte mit handwerklich sicherem know how realisieren zu können. Struktur: 10 Seminare, geteilt in Theorie, praktischer Filmanschauung und praktische Übungen anhand eigener Projekte, jeweils á 4 Std. Einführung: Die klassische Dramaturgie Von Aristoteles zu Shakespeare/ von Lessing zu Brecht. Ein Überblick Die Syntax des Films : Besonderheiten des Mediums - Von der Entstehung bis zur Gegenwart. Ein Überblick Die narrative Einheit: Ort, Zeit, Handlung/ Plotpoint, Höhepunkt + happy end Analyse an Beispielen (Das Messer im Wasser, Polanski u.A.) Das Sprechen der Bilder: Elliptische Erzählformen/ Schachtelungen/ Episoden/ Citizen Cane, Rashomon und weitere Filme. Analyse an Beispielen Die Besonderheiten des Genres, Überblick und Beispiele: Tragödie/ Komödie/ Fernsehspiel und soaps. Pasolini: Edipo Re / Die Marx Brothers, J. Tati, Die Simpsons, Tom und Jerry Analyse an Beispielen Experimente I: Traumlogik, nichtnarrative Erzählformen im Geist des Surrealismus Kurzfilme von Bunuel, Dreyer, Cocteau, Experimente II: Der Filmessay Kurzfilme und Ausschnitte: Jonas Mekas, Kenneth Anger, Chris Marker, Peter Watkins Das neue Erzählkino: der italienische Neorealismus: Fellini, Rosselini, Antonioni - die französische nouvelle vague: Godard, Rohmer u.A. „Weekend“ Godard Der Animationsfilm I: der klassische Animationsfilm Besonderheiten der Technik, Geschichte und Beispiele, Bildergeschichten, Comics, Mangas Von L. Starewicz zu W. Kentdridge Der Animationsfilm II: der experimentelle Animationsfilm: Kentrigde und andere Misch- und Spezialformen zwischen Animation, Theater und Dokumentation: Kluge, Syberberg, u.A. Sequenzanalyse I: gemeinsam erarbeitet Beispielanalyse Sequenzanalyse II: vorstellen der selbst erarbeiteten Analyse Arbeit an eigenen Projekten I: individueller Unterricht: vom Exposè zum Storyboard Arbeit an eigenen Projekten II: individueller Unterricht: vom Exposè zum Storyboard Literatur(u.A.): Poetik, Aristoteles Hamburgische Dramaturgie, Lessing Film verstehen, James Monaco Filme sehen lernen, Grundlagen der Filmästhetik, Hsg: R. Steinmetz u.A. Praxis des Drehbuchschreibens, Jean Claude Carriere und Pascal Bonitzer Avantgarde, Peter Weiss Schreiben, Bilder, Sprechen Hsg: Christa Blümlinger u. Constantin Wulff Das Kunstwerk im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit, Walter Benjamin Liebe, Arbeit, Kino J.-L. Godard „Studium des bewegten Bildes“ Seminar 4: Grundlagen der Aufnahme- und Bildbearbeitungstechnik am Krass-Tricktisch Gastdozent: Lutz Garmsen, Königswinter Das Seminar widmet sich der Einführung in die digitale Aufnahmetechnik des von Lutz Garmsen umgebauten Krass-Tricktischs. Zunächst werden grundsätzliche technische Fragen angesprochen wie: - allgemeine Grundlagen des Animationsfilms - Erkärung der Funktionsweise des Tricktisches und der digitalen Kamera und der Software. - Kamerabewegungen - Vorstellung verschiedener Animationstechniken: Legetrick/ Sandanimation/ Farbanimation/Zeichentrick/Mischtechniken In dem vorwiegend praktischen Teil des Seminars werden nach einer Einführung in die neu installierte Aufnahmetechnik- und digitale Bildbearbeitungstechnik mit dieser Technik verschiedene Übungen durchgeführt, vor allem der Transfer der Aufnahmen in die Bildbearbeitungsprogramme und deren Bearbeitung. Dabei wird sowohl der Wissenstand der Studenten berücksichtigt, die schon Erfahrungen mit Animationsfilm (Fortgeschrittene) haben, wie der Studenten, die neu in der Fachklasse sind bzw. noch im Grundlagenstudium, und noch keine Erfahrungen mit Animationsfilm und Film generell haben (Anfänger). Etüden mit den verschiedenen Techniken, Einzelbetreuung Seminarziel ist auch die Ausbildung von mindestens 3 Tutoren, die in den folgenden Seminaren in der Lage sein sollen, diese Technik selbstständig zu bedienen, und sowohl die Gastdozenten wie Einzelprojekte von Studenten betreuen.. Struktur: 3 Seminare á 2 Tage (jeweils 8 Std.) „Studium des bewegten Bildes“ Seminar 5: Von der Zeichnung zur Animation - vom Einzelbild zur Bewegung Gastdozent: Volker Schlecht, Berlin Dass im Grenzbereich zwischen künstlerischem Experiment und klassischem Trickfilm eine interessante und fruchtbare Schnittmenge existiert, könnte allgemein bekannt sein, wird aber außerhalb von Festivals und der Szene der "Macher" noch immer kaum wahrgenommen. Während von der Seite der Animation Einflüsse aus der Bildenden Kunst selbstverständlich aufgenommen und adaptiert werden, scheint auf der Seite der Kunst das Handwerk der Herstellung von Bewegungsillusion -- jenseits einfacher Effekte -- ohne größeren Einfluss, und die Traditionslinie künstlerischer Animationsfilme nur einem kleinen Kreis geläufig. Der Begriff der Animation ist im Moment stark besetzt von digital erzeugten Effekten und digital hergestellter Nachahmung von Realität. Künstlerisch interessant ist aber die Animation vor allem als zeichnerische, malerische oder plastische Ausdrucksmöglich-keit, als einfach zugängliche Erweiterung bildnerischer Mittel um die Aspekte des Zeit-Raums und vor allem der Bewegung. Während der Arbeit an kurzen, individuellen filmischen Projekten -- unter der Trickkamera und am digitalen Zeichentisch (Wacom Zeichentablett) -- sollen verschiedene Stile und Arten, einfache Grundlagen und Grundbegriffe der Animation praktisch vermittelt werden. Die Sensibilisierung für das visuelle und inhaltliche Potential von künstlerisch erzeugter Bewegungsillusion ist ein weiteres Ziel. Begleitet wird die praktische Arbeit durch Filmbeispiele, die einen Einblick in die Bandbreite der Stile und Anwendungen künstlerischer Animation bieten (von Svankmajer, Quay Brothers, Schwizgebel, Mulloy, McLaren, Kentridge bis zu J.J. Villard, Chris Cunningham und Michel Gondry). Struktur: 4 Seminare á 2 bzw. 3 Tage „Studium des bewegten Bildes“ Seminar7: abstrakte 3D-Animation Gastdozent:Lars Krüger, Berlin Aufbauend auf den in den Seminaren 1 3 erworbenen Kenntnissen dreht sich in diesem Seminar des erfahrenen 3D-Animators Lars Krüger alles um 3D-Animation: das Kennenlernen und erste Anwendungen der Software „ZBrush“ und die Erstellung einer statischen, dreidimensionalen, virtuellen Skulptur, gearbeitet wird auch mit „Maya complete“. Dabei geht es um Animation von dreidimensionalen Formen und die Arbeit mit Texturen und virtuellen Projektionen. Mit 'Projektion' ist gemeint, dass man Strukturen oder Bilder im 3D Programm wie mit einem virtuellen Projektor auf Körper und Oberflächen wirft. Das Seminarangebot richtet sich an Studenten/Meisterschüler der HfbK, vorrangig der Projektklasse Neue Mediien, aber auch an Externe aus dem Nachwuchsbereich (Filmemacher, Videokünstler, Medien-Designer) mit entsprechenden Vorkenntnissen Das Seminar hat zum Ziel, Grundlagen der 3D Grafik und Animation zu vermitteln und dieses Mittel schöpferisch einzusetzen. Als Ergebnis wird jeder Teilnehmer alleine oder im Team eine kurze Animationssequenz gestalten, die entweder für sich stehen oder in Installationen oder Projektionen weiter verarbeitet werden kann. Die Sequenz muss keine Geschichte zum Inhalt haben. Vielmehr geht es darum eine Komposition aus sich bewegenden, abstrakten, dreidimensionale Formen zu schaffen. Dabei können Fotos und gefilmtes Material, aber auch rein am Computer erstellte dreidimensionale Formen als Ausgangsmaterial dienen. Ein wesentlicher Bestandteil des Seminars wird sich mit virtueller Lichtsetzung im dreidimensionalen Raum befassen. Als Arbeitsmaterialien wird die Software "Maya" benötigt, außerdem ein ComputerArbeitsplatz pro Person oder Team. Zum Sammeln von Material könnten digitale FotoKameras zum Einsatz kommen und/ oder CamCorder zum aufnehmen von Bewegtbildern. Außerdem wird eine einfache Schnitt- und Bildbearbeitungssoftware benötigt (zB FinalCut oder Premiere. und Photoshop oder ähnliches) Struktur: 3 Seminare á 5 Tage, 8 Std. MEDIENSALON Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Fachklasse Dammbeck und der Fachklasse Kerbach Dr.Eckhart Gillen "Maler ohne Eigenschaften. Gerhard Richters Weg aus der sozialistischen Gesellschaft in das westliche Kunstsystem" Die Rolle des Künstlers in der „Diktatur des Proletariats“, der den anonymen Weisungen austauschbarer Funktionäre folgt, dabei sein Ich aufgibt und den sozialistischen Realismus schafft, wird im Sinne der psychoanalytischen Methode Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten von Richter ironisch, parodistisch bearbeitet und wiederholt. In diesem Prozeß findet er seinen illusionslosen, kapitalistischen Realismus: die Einsicht, es mache keinen Sinn, Ideen, Absichten oder Interessen zu verfolgen, außer dem Gebot des Marktes zu folgen, zu produzieren und dafür bezahlt zu werden. (Vortrag) Dr.Eckhart Gillen "Konfrontation und Dialog. Die deutsche Kunst im Kalten Krieg 1945-1989" Vorstellung des Konzepts für eine Übersichtsausstellung deutscher Kunst in Los Angeles, Berlin und Nürnberg kuratiert von Stephanie Barron und Eckhart Gillen 1945 stellt sich allen Künstlern, ob aus der inneren Emigration oder aus dem Exil kommend, die Frage: Wie sollen wir malen nach dem Zivilisationsbruch von 1933? Können wir wieder an die moderne Kunst vor 1933 anknüpfen als sei nichts geschehen oder bedarf es eines radikalen Bruchs? Angesichts der Katastrophe scheinen alle Kunstformen 1945 verbraucht zu sein. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Kontinuität, nach Tradition, nach Harmonie und Werten sehr groß. Alle Ausstellungen nach 1945 wollen an die von den Nazis abgebrochene und als entartet erklärte sogenannte klassische Moderne anknüpfen und sie rehabilitieren. Aber diese Kunst soll jetzt autonom für sich selbst stehen. Im Zeichen des Kalten Krieges benutzen die Besatzungsmächte die Kunst als Instrument der Bewußtseinsbildung und ideologischen Lenkung. Die Sowjetunion propagiert die Utopie der Gleichheit. Die Amerikaner dagegen exportieren die Utopie der Freiheit, die Idee des autonomen Individuums in ihre Besatzungszone. Beide Kunstgeschichten bleiben aber trotz rigoroser ideologischer Abgrenzung immer aufeinander fixiert. Künstler, Kunstpolitiker und Kunstkritiker operieren stets im Blick auf den anderen. Der Freiheits-, Autonomie- und Absolutheitsanspruch wurde in den 50er Jahren zum Kampfbegriff des Westens im Kalten Krieg der Werte gegen den Osten. Die Formen entleeren sich, kreisen solipsistisch um sich selbst. Sprach man in der DDR vom endlich erreichten Weltniveau, vom Weg eines modernen Realismus, benutzte man im Westen im Jargon der Werbetexter die informelle Malerei als Zeichensystem, mit dem man angeblich „kühn“ den Anschluß an den „Weltstil“ gefunden habe, die „Weltsprache Abstraktion“. Diese versprach in harmonikalen Formen, ohne Widersprüche die Befreiung von der belastenden Vergangenheit zugleich internationale Anerkennung. Erst 1958 mit der großen Dada-Retrospektive in der Kunsthalle Düsseldorf wird in Westdeutschland zum ersten mal an den kritischen Impuls der berühmten Berliner Dada-Messe von 1920 erinnert. Die Harmonievorstellungen der gemäßigten Moderne werden jetzt von Fluxus und Aktionskunst radikal aus dem Lot und in Fluß gebracht. Die "Neoavantgarden" betreiben Kunst als „kritische Verhaltensforschung“, die das erstarrte gesellschaftliche Bewußtsein der 60er Jahre aufbrechen wollen. Diese Aktionen sind im Sinne einer "zweiten Stunde Null" die Antwort auf den Schock der Eichmann-Entführung und des Auschwitz-Prozesses (1963-65 in Frankfurt am Main). Der Aufbruch 68er Generation im Zeichen von Emanzipation und Aufklärung und die damit verbundene Politisierung der Kunst kündigen sich an. (Vortrag) Klassenreise 2.-4.Oktober 2007 Aachen (Museum Ludwig, Dom) Insel Hombroich/Raketenstation/Langen Foundation) Köln (Dom, Museum Ludwig, Diozösanmuseum) Auf der Reise konnten wir sehr verschiedenartige Orte und Konzeptionen kennenlernen, wo Kunst gezeigt und ausgestellt wurde. Die Stationen dieser Erkundung waren das Museum Ludwig Aachen, der Aachener Dom, Insel Hombroich, Museum Sammlung Langen/Raketenstation, Museum Ludwig Köln, Kölner Dom und das neue Diozösan Museum Köln. Es war interessant, die verschiedenen Formen der Präsentation von Kunst, die sowohl als „autonomes Kunstwerk“, als Teil des Kultus (des christlichen wie ostasiatischen oder ozeanischen oder individualmythologischen - Insel Hombroich) zu vergleichen. Ablesbar und erfahrbar war eine lange zurückreichende Auseinandersetzung um die Rolle und Funktion von Kunst: als Teil des Kultus, der Liturgie in einer vom prähistorischen Zeitalter bis zur Aufklärung reichenden Tradition, wo künstlerische Äußerungen identisch mit dem Kultus waren. Köln war besonders interessant als der Ort, wo ja im Verlauf der Verbreitung von Gedanken der Aufklärung und damit einhergehender Säkularisierung erstmals, mit politischem Hintergrund und Gestus, Kunstwerke (gewaltsam) aus ihrer Bindung in einen Kultus gelöst und das Kunstwerk so „autonom“ wurde, Sammler dieser herren- und ortlosen Reliquien und Kunstwerke auf den Plan treten, und Vorformen des heutigen Kunsthandels entstehen. Mit dem Triumph der Aufklärung ist dem Kultus die künstlerische Aura genommen, ist die Kunst von der Gottesverehrung und als Helfer der Verkündigung des Evangeliums „befreit“, und nur sich selbst verpflichtet. Der Mensch nimmt die Stelle Gottes ein, Kunst und Künstler leben nun in einer Sphäre der Autonomie und Bindungslosigkeit, die sich in den „Entgrenzungen“ der Kunst der Nachmoderne fortsetzen und radikalisieren. Am Beispiel des Glasfensters von Gerhard Richter liess sich das nun gut nachvollziehen, denn hier ist auf ganz einfache Art und Weise das Kunstwerk eines „autonomen“ Künstlers der aktuellen Moderne durch das Einsetzen in das Gehäuse des Kölner Doms Teil des dieses Gehäuse bestimmenden Kultus und seiner Rituale geworden, denen es nun dient. Das erinnert aufs Schönste daran, dass es immer noch Kunst gibt, die nicht "autonom" oder "entgrenzt" oder "bindungslos" ist, sondern, wie in diesem Fall, Teil der liturgischen Ausstattung" ist, gebunden in der "Wahrheit" einer Liturgie. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Kontroverse um Äußerungen des Kölner Bischofs Meißner, in denen die Worte „entartete Kunst“ fielen, und diese Äußerungen in den Zusammenhang mit den von den Nationalsozialisten veranstalteten Ausstellungen „Entartete Kunst“ gebracht wurden. Angemerkt sei hier: es ist falsch, wie in einigen Medien mitgeteiult, dass die Nationalsozialisten diesen Begriff prägten, taucht er doch schon bei Friedrich Schlegel auf in seinem Aufsatz „Über das Studium der griechischen Poesie“ und kam in Umlauf und in den kulturpolitischen Diskurs durch das zweibändige Werk „Entartung“ von Max Nordau, der damit den „Dekadentismus“ seiner Zeit leidenschaftlich bekämpfte, siehe auch den Kriminologen Cesare Lombroso. Das „Planquadrat“, in dem wir uns von Ort zu Ort bewegten, war das Zentrum des Rheinlandes, mit Köln als Zentrum. Eine Region mit großer Bedeutung für die genannten Vorgänge, begann hier doch schon sehr früh mit der Christianisierung (Kaiser Karl der Große, Aachen, Dom) die Geschichte frühchristlicher Kunst, die im Kölner Dom (1020-1842) mit dem Glasfenster von Gerhard Richter wieder Anschluß an die moderne Kunst der Gegenwart fand. Köln ist aber a uch der Ort, wo die französischen Revolutionsgarden zur Durchsetzung von Aufklärung und den Gedanken der französischen Revolution Kirchen zerstören und niederbrennen (Bildersturm, Herostraten), und die dem Kultus dienenden Geräte und Bilder auf den Straßen Kölns landeten. Aufgelesen von ersten „Kunstsammlern“ und weiterverkauft an Fürstenhöfe und reiches Bürgertum entstanden auch auf diese Art und Weise die ersten „Kunstsammlungen“. Eine Entwicklung, die dem Rheinland ein dichtes Netz von Museen, privaten Kunstsaammlungen und Kunstsammlern, und schließlich auch die Mutter aller Kunstmessen, die Art Cologne bescherte. Letzter Ort der Reise war das soeben eröffnete Diozösanmuseum Köln, in Bezug auf architektonische Klasse und Qualität der Sammlung für mich das interessanteste der besuchten Museen und Kunstsammlungen. Hier noch einige Links: zu der Kritik von Kardinal Meißner am Glasfenster von Gerhard Richter im Kölner Dom: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/feuilleton/687198.html HYPERLINK "http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E857F26B82C914113810DF890EC9D4DA6~ATpl~Ecommon~Scontent.html" http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E857F26B82C914113810DF890EC9D4DA6~ATpl~Ecommon~Scontent.html http://www.zeit.de/2007/35/Fenster-Richter?from=rss https://ssl.sueddeutsche.de/kultur/artikel/341/133094/ http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26178/1.html als „Hintergrundinfo“ zum Streit über und um die „moderne Kunst“ - zwischen Abstrakter Kunst und Figürlicher Kunst in den 1950er Jahren: Hans Sedlmayr „Verlust der Mitte“; noch weiter zurück: Max Nordau: „Entartung“, 1892 HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Nordau" http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Nordau und vielleicht noch Otto Weininger „Geschlecht und Charakter“ oder Cesare Lombroso „Der Verbrecher in anthropologischer, ärztlicher und juristischer Beziehung, Hamburg 1889. http://de.wikipedia.org/wiki/Cesare_Lombroso „Kunst und Verlust“, 1995, Museen d.Stadt Köln u. Wienand Verlag Köln, ISBN 3-87909-472-1 Toni Diederich: Die Säkul. Kölns während der Franzosenzeit >> |
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